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Ansprechpartner

 

Daniela Marquardt
stellv. Laborleitung
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Wolfgang Steinbrecher
Projektleiter Labor | Vertrieb
T +49.7071.9878-30
wolfgang.steinbrecher@berghof.com

Pyrrolizidinalkaloide (PAs)

Unser Service

Untersuchung von Pyrrolizidinalkaloiden in pflanzlichen Drogen, Extrakten und Tinkturen in Phytopharmaka, homöopathischen Arzneimitteln und Tees nach der Methode BfR-PA-Tee-2.0/2014 mittels LC-MS/MS nach Festphasenextraktion (SPE)

  • 28 Pyrrolizidinalkaloide
  • validiert im internationalen Ringversuch
  • jede Probe wird mit allen 28 PAs dotiert,
    somit erfolgt eine Wiederfindungskontrolle für jede Matrix
  • ICH konforme, matrixspezifische Methodenvalidierungen für unsere Kunden
    (Limit Test nach ICH Q2(R1) Testing for impurities)

Unsere Stärken

  • Sie haben immer Ihren direkten persönlichen Ansprechpartner
  • auf Anfrage Expressanalytik
  • sehr übersichtliche Prüf-/Analysenzertifikate mit Spezifikationen, kundenspezifische Sortierung in deutsch oder englisch
  • Umfangreiche Unterstützung bei der Dokumentenlenkung für die Zulassung
  • Validierungen, Methodentransfers


Allgemeine Informationen zu Pyrrolizidinalkaloiden

Pyrrolizidinalkaloide - sekundäre Pflanzenstoffe mit Gefährdungspotential für Mensch und Tier

Was sind Pyrrolizinalkaloide?

Pyrrolizidinalkaloide (PA) sind sekundäre Pflanzenstoffe, die überwiegend von Pflanzen der Familien der Korbblütler (lat. Asteraceae), Raubblattgewächse (lat. Boraginaceae) und Schmetterlingsblütler (lat. Fabaceae) zum Schutz vor Fraßfeinden gebildet werden (Teuscher und Lindequist 2010). Pyrrolizidinalkaloide wurden weltweit in über 350 verschiedenen Pflanzenarten nachgewiesen.

Gefahrenpotential durch Pyrrolizidinalkaloide

Pyrrolizidinalkaloide sind für Mensch und Tier selbst nicht toxisch, allerdings werden sie nach der Resorption im Körper, insbesondere in der Leber zu toxischen Stoffwechselprodukten metabolisiert.
Pyrrolizidinalkaloide werden dabei durch Oxidation oder Hydroxylierung von Cytochrom-P-450 abhängigen Oxidoreduktasen in Pyrrolpyrrolidine umgewandelt. Pyrrolpyrrolidine sind starke Alkylanzien, die mit Biomakromolekülen (Proteine, DNA und Derivate) stabile Verbindugen bilden. Diese sind hepatotoxisch, mutagen, karzinogen und teratogen wirksam. In Tierversuchen wurde nachgewiesen, das bestimmte Pyrrolizidinalkaloide lebertoxische sowie krebserzeugende Reaktionen hervorruft (Teuscher und Lindequist 2010).

Analytik von Pyrrolizidinalkaloiden in pflanzlichen Arzneimitteln, Roh- und Hilfsstoffen, sowie Lebensmitteln

Wie kommen Pyrrolizidinalkaloide in Arznei- und Lebensmittel?

Es wird geschätzt, dass etwa 6000 verschiedene Pflanzenarten fähig sind, Pyrrolizidinalkaloide zu synthetisieren. Als bedenklich gelten u.a. Heilpflanzen, wie z.B. Huflattich und Beinwell, die selbst Pyrrolizidinalkaloide bilden. Mittlerweile werden jedoch auch unbelastete Phytopharmaka angeboten, die mittels PA-freien Pflanzenzüchtungen oder Abreicherungsverfahren hergestellt werden (Heilmann et al. 2015). Auch durch Beiernte von PA-haltigen Pflanzen (Unkräutern) in Kräuterkulturen können Pyrrolizidinalkaloide z.B. in Tees- oder Gewürzprodukte gelangen (Nitzsche et al. 2018).

Lebensmittel aus tierischen Erzeugnissen sind selten oder nur sehr gering mit Pyrrolizidinalkaloiden belastet. Weidetiere meiden im Allgemeinen die bitter schmeckenden PA-haltigen Pflanzen. Vereinzelt kann es jedoch, vor allem bei Fütterung mit verunreinigtem Heu, zur Aufnahme von größeren Mengen Pyrrolizidinalkaloiden kommen (Wiedenfeld 2011).

Warum müssen Arznei- und Lebensmittel auf Pyrrolizidinalkaloide analysiert werden?

Um etwaige Kontaminationen aufzudecken und belastete Produkte vom Markt fernzuhalten, sind Produzenten von Arzneimitteln dazu verpflichtet Analysen auf Pyrrolizidinalkaloide der pflanzlichen Rohstoffe durchführen zu lassen (BfArM 2016).

Wie müssen Arznei- und Lebensmittel auf Pyrrolizidinalkaloide untersucht werden und Problematik?

Die Analytik von Pyrrolizidinalkaloiden ist bedingt durch die große Anzahl an verschiedensten pflanzlichen Produkten und deren komplexen Matrizes sehr anspruchsvoll!

Um die Probe von störender Matrix abzutrennen, erfolgt die Probenaufarbeitung mittels Festphasenextraktion und die anschließende Trennung und Quantifizierung der Pyrrolizidinalkaloide auf dem LC-MS/MS (Bundesinstitut für Risikobewertung 2014).

Die Prüfvorschrift BfR-PA-Tee-2.0/2014 wurde 2014 vom Bundesinstitut für Risikobewertung veröffentlicht und beschreibt die empfohlene Methode, um den Gehalt von 28 Pyrrolizidinalkaloiden (Monocrotalin, (z) Erucifolin, Monocrotalin-N-Oxid, (z) Erucifolin-N-oxid, Jacobin, Europinhydrochlorid, Intermedin, Jacobin-N-Oxid, Lycopsamin, Europin-N-oxid, Intermedin-N-oxid, Lycopsamin-N-oxid, Retrorsin, Trichodesmin, Retrorsin-N-oxid, Seneciphyllin, Heliotrin, Seneciphyllin-N-oxid, Heliotrin-N-oxid, Senecivernin, Senecionin, Senecivernin-N-oxid, Senecionin-N-Oxid, Echimidin-N-oxid, Echimidin, Senkirkin, Lasiocarpin, Lasiocarpin-N-oxid) zu bestimmen.

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat Maßnahmen auf den Weg gebracht, um Patientinnen und Patienten besser vor Verunreinigungen pflanzlicher Arzneimittel mit Pyrrolizidinalkaloiden zu schützen. In einer Bekanntmachung definiert das BfArM Vorgaben für Testszenarien und Grenzwerte, die von der pharmazeutischen Industrie im Rahmen der Qualitätssicherung eingehalten werden sollen. Ziel ist es, das Vorkommen von Pyrrolizidinalkaloiden in pflanzlichen, traditionellen pflanzlichen, homöopathischen und anthroposophischen Arzneimitteln zu minimieren und zugleich die Verfügbarkeit solcher Arzneimittel zu gewährleisten, die nicht von dem Verunreinigungsproblem betroffen sind. Momentan ist zur Kommentierung die Monographie 2.8.26 zur Bestimmung von Pyrrolizidinalkaloiden (PA) für das Europäische Arzneibuch durch das EDQM vorpubliziert worden.

Kernaussage

Ziel der Maßnahme ist es, eine Exposition mit Pyrrolizidinalkaloiden durch Arzneimittel über 1 µg pro Tag zu vermeiden. Der vorläufig akzeptierte Grenzwert liegt bei 1,0 μg PA bezogen auf die Tagesdosis (Ziel: 0,35 μg/kg) vollständige Vermeidung von PA aufgrund Anbaumaßnahmen nicht möglich.

[Auszug aus Pressemitteilung (Nummer 4/16), Ausgabejahr 2016, 01.03.2016,
Titel: Verunreinigung pflanzlicher Arzneimittel durch Pyrrolizidinalkaloide:
BfArM macht der pharmazeutischen Industrie neue Vorgaben]